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Lexikon der Atemtherapie

Lexikon der Atemtherapie

Dienstag, August 4, 2026

Die wichtigsten Begriffe aus der Atemtherapie einfach erklärt

Die Atemtherapie ist ein integrativer, ganzheitlicher Ansatz der Komplementärtherapie, welcher Atemübungen, Achtsamkeit, therapeutische Berührungen sowie anatomisches und psychologisches Verständnis kombiniert, um eine bessere Atmung zu erlangen und damit die körperliche und mentale Gesundheit zu fördern. Dieses Wörterbuch dient dazu, Klarheit in die Begriffe und Konzepte der Atemtherapie und Atemgesundheit zu bringen. Von A wie Atembehandlung über N wie Nasenatmung bis Z wie Zwerchfell. Das Lexikon deckt eine breite Palette von Themen ab und wird laufend ergänzt.

Quellen:
- eigene Ausbildungsunterlagen IKP
- www.emr.ch
- www.wikipedia.org
- Homepages der verschiedenen Atemschulen
- "Bewusst freier atmen" von Delia Schreiber, 2019, Beobachter Verlag

Atembehandlung

Die Atembehandlung ist eine Form der atemtherapeutischen Liegearbeit, in welcher nicht wie bei einer Massage mit Öl und direkt auf der Haut gearbeitet wird, sondern über den Kleidern. Ziel dieser Behandlung ist das ungehinderte Fliessen des Atems durch den ganzen Körper. Gleichzeitig findet durch die Berührungen auch ein Spannungsausgleich auf der nervlichen und muskulären Ebene statt. Das führt zur Entspannung und zu einem allgemeinen Wohlgefühl.   

Atembewegung

Die Atembewegung umfasst die Phasen des Einatems, des Ausatems und der Atempause. Die Ausprägung hängt von den jeweiligen physiologisch-biochemisch bedingten Bedürfnissen des Körpers ab. 

Auf körperlicher Ebene kann die Atembewegung in unterschiedlicher Intensität am ganzen Rumpf und manchmal auch darüber hinaus spürbar und beobachtbar sein. Es kann sich dann anfühlen, wie "in den Bauch, in die Beine etc." zu atmen. Oft empfindet man den ganzen Rumpf oder Körper wie angefüllt mit Atemluft.

„Die Atembewegungen sind ein Phänomen der Muskelfunktion. Sie unterliegen neben einer vegetativen Regelung auch einer zentralnervösen Beeinflussung. Das lässt den Atem zu einem Ausdrucksmittel des Verhaltens werden.“
Volkmar Glaser, Pionier der psychosomatisch orientierten Atem- und Körpertherapie

Atemfachverband der Schweiz AFS

Der Atemfachverband der Schweiz (AFS) ist ein Zusammenschluss von Atemtherapeutinnen und -therapeuten aus verschiedenen Atemschulen. Er gilt als Kompetenzzentrum für die Methode Atemtherapie und setzt sich für die kontinuierliche Vernetzung der verschiedenen Atemtherapie Fachrichtungen in der Schweiz ein. Zudem sichert er die Qualität und Entwicklung der Therapeutinnen und Therapeuten, macht die Methode Atemtherapie der allgemeinen Bevölkerung besser bekannt und bietet den Mitgliedern verschiedene Dienstleistungen an. Der AFS ist ein wichtiges Bindeglied zum Gesundheitswesen und der Berufspolitik.  

Atemformen

Es werden zwei Atemformen unterschieden, nämlich die Bauchatmung (abdominale Atmung) und die Brustatmung (costosternale Atmung).

Atemfrequenz

Die Anzahl der Atemzüge, die wir pro Minute nehmen, wird als Atemfrequenz bezeichnet. Die Atemfrequenz ist stark abhängig vom Alter. So atmet beispielsweise ein Säugling in Ruhe 35-40 Mal pro Minute, bei einem Erwachsenen sind es dagegen nur noch ca. 12-18 Atemzüge. Die Atemfrequenz ist individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig (zB Trainingszustand).

Atemmuster

Die Atemmassage ist eine taktile (berührende) Behandlungsform der Atemtherapie mit dem Ziel den Atemfluss zu verbessern, den Körper für den Atem durchlässiger zu machen und den Muskeltonus hin zu einer Wohlfühlspannung auszugleichen. Stress und Spannungen können damit abgebaut, das allgemeine Wohlbefinden gefördert und erworbene Verhaltensmuster mit der Zeit verändert werden.

Die Atemmassage wird meistens mit Massageöl direkt auf der Haut und am Rücken angewendet. Der Ablauf der Behandlung wird vom Befinden der Klientin bzw. des Klienten bestimmt. Die Wirkung einer Atemmassage ist im Gegensatz zu einer klassischen Massage subtiler und reicht über die mechanische und reflektorische hinaus. Sie verbessert die Elastizität von Muskeln und Bindegewebe, stärkt das Immunsystem, ist unterstützend bei psychosomatischen Störungen oder bei Erkrankungen der Atemwege. Grundsätzlich ist sie für jeden sinnvoll, de auf der Suche nach der "eigenen" Mitte ist.

Atempause

Die Atempause ist eine der drei Phasen des Atemgeschehens (Einatem, Ausatem, Atempause) und damit ein wichtiger Teil des Atemrhythmus. Physiologisch betrachtet ist es die Pause zwischen dem Ende des Ausatems und der nächsten Einatem-Phase. Sie dauert so lange, bis der Organismus im Atemzentrum (Medulla Oblongata) meldet, dass die Sauerstoffkonzentration im Blut gesunken ist und neuer benötigt wird. 

Die Atempause kann entstehen, wenn man warten kann, bis der Einatem wieder von selbst kommt. Geschieht dies, ist die Ruhephase nicht einfach nur eine Pause, in welcher nichts geschieht, sondern ein Moment der Einkehr und Rückkehr zu sich selbst, ein Ruhen in sich. Das erfordert jedoch Vertrauen und Gelassenheit. 

Atemraum

Der Atemraum ist keine anatomische Einteilung, sondern bezeichnet einen vom Menschen empfundenen Raum. In der Atemtherapie unterscheiden wir fünf Atemräume, welche nicht immer klar voneinander abgegrenzt werden können. Ihre Ausdehnung ist veränderlich und weist auf die momentanen Lebensthemen und Gewohnheiten einer Person hin. Alle Atemräume zeichnen sich zudem durch unterschiedliche Qualitäten aus und bieten dem atmenden Menschen Zugang zu unterschiedlichen Ressourcen. Ziel der Atemtherapie ist eine bewegte Balance zwischen diesen (Atem)-Räumen.

Folgende Atemräume werden unterschieden: Der KörperINNENraum, der (Körper-)AUSSENraum sowie im Körperinnern den unteren, mittleren und oberen Atemraum.

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